Mike, gibt es eigentlich auch einzelne freischfressenden Pflanzen zu kaufen oder sind da immer mehrere zusammen?
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Die Pflanzen gibt es meistens nur einzeln (1 Pflanze pro Topf) zu kaufen. Das oben auf den Bildern ist jeweils 1 Pflanze.
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Die Pflege solcher Pflanzen dürfte ziemlich schwer und sicherlich nur für Leute mit dementsprechenden Know How sein oder? Fütterst du sie selber? ... klingt ja fast wie ein kleines Haustier.
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Die Pflege ist einfacher als man denkt. Man muss halt ein paar grundsätzliche Dinge beachten.
Da es sich um Sumpfpflanzen handelt, benötigen sie viel Feuchtigkeit und was besonders wichtig ist: das Gießwasser muss unbedingt "weich" sein. Es darf also keinen Kalk enthalten, wie das bei Leitungswasser zumeist der Fall ist. Je nach Wohnort kann das Leitungswasser eher hart (enthält viele Mineralien) oder weich (enthält wenig Mineralien) sein. Auskunft darüber erteilen die örtlichen Wasserversorger.
Auf der sicheren Seite ist man, wenn man die Carnivoren grundsätzlich mit Regenwasser versorgt. Regenwasser ist weich, da die Mineralien bei der Verdunstung ja im Boden zurück bleiben.
Demzufolge kann man sich natürlich auch mit destilliertem Wasser behelfen.
Ein Fehler, der immer wieder gemacht wird: das Wasser wird abgekocht... Damit erreicht man natürlich genau das Gegenteil! Da beim Abkochen die Wassermenge durch Verdunstung ja reduziert wird und die Mineralien (u.a. Kalk) im Restwasser bleiben, erhöht sich auf diese Weise die Konzentration an Mineralstoffen im Wasser. Das Wasser wird also nicht etwas weicher sondern im Gegenteil noch härter!
Ebenfalls wichtig ist die Auswahl des Substrates, falls die Pflanzen einmal umgetopft werden müssen.
Wie schon gesagt, handet es sich hier um Sumpfpflanzen. Sumpfgebiete sind nährstoffarm! Der Boden weist also einen sehr niedrigen Stickstoffgehalt auf. Stickstoff benötigt jede Pflanze für den Aufbau ihrer Blattmasse.
Die Carnivoren haben nun aufgrund des ständigen Stickstoffmangels die Fähigkeit ausgebildet, sich den nötigen Stickstoff auf andere Weise zu besorgen. Nämlich indem sie Insekten fangen, die ihnen, wenn sie von der Pflanze verdaut werden, den benötigten Stickstoff liefern.
Wenn man eine Carnivore nun in "gute" nährstoffreiche Blumenerde pflanzt, stellt man ihre Lebensansprüche förmlich auf den Kopf. Außerdem ist Blumenerde nicht sauer genug. Normale Blumenerde verfügt über einen neutralen ph-Wert von ca. ph 7 bis ph 8.
Info: der ph-Wert reicht von 1 (sauer wie eine Zitrone) bis 14 (süß=extrem kalkhaltig). ph 7 stellt somit den neutralen Mittelwert dar. Aber selbst das ist für eine Carnivore viel zu kalkhaltig. ph 3 bis ph 4 ist für sie eher geeignet. Ein derart saures Substrat ist z.B. Torf (Weißtorf!). Torf ist ja nichts anderes als abgestorbenes Pflanzenmaterial aus Mooren. Und Moore sind nun einmal die Heimat-Standorte der Carnivoren.
Weiterer Tipp:
Die Carnivoren sollten zwar hell stehen aber nicht vollsonnig (einige Arten machen eine Ausnahme. Eine Pflege-Anleitung ist aber jeder Pflanze beigegeben)
Ganz wichtig:
so spannend es ist, eine Venusfliegenfalle zu beobachten, wenn ihre Fallen zuschnappen... man sollte es sich verkneifen, ihre Sensoren künstlich zu reizen und dadurch den Fangmechanismus auszulösen.
Die Pflanze macht das ein paar mal mitund zumindest die "genarrte" Falle wird dann eingehen. Übertreibt man es, kann auch die gesamte Pflanze eingehen.
Der Grund ist wohl darin zu suchen, dass sich die Falle dann selbst verdaut.
Ebenso macht es keinen Sinn, die Fallen mit toten Insekten zu "füttern".
Die Innenfläche der Fallen ist beidseitig mit feinen Häärchen besetzt. Erst wenn 2 (!) Häärchen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gereizt werden, schnappt die Falle zu. Damit verhindert die Pflanze, dass ihre Fallen bei jedem Regentropfen und ähnlichen Dingen, die vielleicht zufällig in die Fallen geraten, zuklappen. Dieses würde ihren sicheren Tod bedeuten.
Es ist auch nicht nötig, die Carnivoren zu füttern! Die Pflanzen sind an ihre nährstoffarmen Standorte so perfekt angepasst, dass sie über Monate hinweg ohne zusätzlichen Stickstoff-Nachschub durch gefangene Insekten auskommen.
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Sind das kleine Saugnäpfchen auf dem Sonnentau?
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Zum Sonnentau: nein, das sind keine "Saugnäpfchen". Auch wenn die Tischmanieren der Drosera ein wenig an einen Kraken erinnern... (die benachbarten Tentakel umschlingen nach einer gewissen Zeit die Beute) so handelt es sich doch nicht um Saugnäpfe sondern um ein klebriges Drüsensekret an dem die Beute haften bleibt. Die Pflanze sondert dann ein Verdauungssekret ab, dass die Beute innerlich auflöst. Ähnliches kennt man von Spinnen, die ihre Beute ja auch nicht "auffressen" sondern aussaugen.
Diesen Vorgang nennt man übrigens "Außenverdauung". Zurück bleibt lediglich die unverdauliche Hülle des Insektes, nämlich sein Chitinpanzer.
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Kannst du mit deiner Kamera noch schärfere Aufnahmen oder bist du schon an die Grenzen des machbaren gestoßen, denn das letzte Bild weist einen großen Qualitätsverlust auf!
Bildqualität des Sonnentau-Fotos:
Den Sonnentau hatte ich freihändig, also ohne Stativ fotografiert. Und das ist im Makro-Bereich schon verdammt schwierig, da man dort nur einen sehr geringen Tiefenschärfe-Bereich von wenigen Milimetern hat. Dazu kommt, dass meine Kamera ja kein spezielles Makro-Objektiv hat. Diese Objektive sind nicht von ungefähr relativ teuer. Es sind schliesslich absolute Spezial-Objektive, die speziell für diesen Anwendungsbereich konstruiert sind.
Ich poste unten nochmals das Foto, künstlich nachgeschärft per Grafik-Software. Die Drüsensekrete sind dort zwar schärfer geworden aber an den Blättern merkt man dann doch eher einen Qualitätsverlust. Insgesamt wirkt das Bild überschärft.
So... das war etwas off-topic, was den Namen des Forums angeht aber zumindest on-topic, was diesen thread betrifft.
